Passader See (Untersuchungsjahr 1996/97)

1. Charakteristische Daten Passader See


Topographische Karte (1 : 25.000): 1627 / 1628
Flußsystem: Hagener Au
Kreis: Plön
Gemeinde: Passade, Stoltenberg
Eigentümer: privat
Pächter: Gewerblicher Fischer


Lage des oberirdischen Einzugsgebietes:
Rechtswerte: 358274 - 359382
Hochwerte: 591790 - 602860
Höchster Wasserstand (1996/1997) (m ü.NN): 18,96 / 18,98
Mittlerer Wasserstand (1996/1997) (m ü.NN): 18,76 / 18,82
Niedrigster Wasserstand (1996/1997) (m ü.NN): 18,56 / 18,57
Größe des oberirdischen Einzugsgebietes (km²): 76,4
Größe des Teileinzugsgebiet ohne Einzugsgebiet von
Selenter und Dobersdorfer See (km²): 39,2


Seefläche (km²): 2,73
Seevolumen (m³) bei 18,94 m ü.NN: 13400000
Maximale Tiefe (m): 10,7
Mittlere Tiefe (m): 4,9
Uferlänge (km): 9,1
Theoretische Wasseraufenthaltszeit (a): 1,1
(bei einem geschätzten Abfluß von 5 l/s·km²)
Umgebungsarealfaktor (m²/m²): 13,4 (bezogen auf das Teileinzugsgebiet)
Umgebungsvolumenfaktor (m²/m³): 2,7 (bezogen auf das Teileinzugsgebiet)
Uferentwicklung: 1,6
Hypolimnion/Epilimnion (m³/m³): -
Mischungsverhalten: zeitweise schwach geschichtet



2. Tiefenlinienkarte

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3. Einzugsgebiet

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4. Wasserstände

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5. Fischarten

Fischfauna Passader See

DEHUS (1983) stellte ausführliche Daten zur Fischfauna Schlwsig-Holsteins zusammen. Danach kommen im Passader See folgende Arten vor:

Kleine Maräne (Coregonus albula) *
Große Maräne (Coregonus lavaretus) *
Plötze (Rutilus rutilus) +
Aland (Leuciscus idus) +
Rotfeder (Scardinius erythromphalus) +
Schlei (Tinca tinca) +
Gründling (Gobio gobio) +
Grüster (Blicca bjoerkna) +
Brachsen (Abramis brama) +
Karausche (Carassius carassius) +
Schlammpeitzger (Misgurnus fossilis) +
Aal (Anguilla anguilla) + B
Hecht (Esox lucius) + B
Barsch (Perca fluviatilis) +
Zander (Stizostedion lucioperca) + B
Kaulbarsch (Gymnocephalus cernua) +
Quappe (Lota lota) +

* = vereinzelt, + = guter Bestand, B = Besatzmaßnahmen


6. Phosphor- und Stickstoffeinträge

Phosphor Stickstoff
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7. Physikalisch-chemische Daten

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8. Bewertung, Empfehlungen, Vorschläge

Bewertung

Der Passader See hat aufgrund seines relativ großen Einzugsgebietes Voraussetzungen für einen nährstoffreichen, eutrophen Zustand. Positiv wirkt sich aus, daß der Dobersdorfer und der Selenter See Einträge aus knapp der Hälfte des Einzugsgebietes zum großen Teil zurückhalten. Dementsprechend ist ein meso- bis schwach eutropher Zustand für den Passader See anzustreben.

Der See zeigt typische Merkmale eines hocheutrophen Sees, die Lebensraumqualität für die Bodentiere wird allerdings durch die instabile Schichtung des Sees positiv beeinflußt. Der Stoffhaushalt des Sees ist durch ein Ungleichgewicht von Produktion und Abbau geprägt, das wiederholt zu Sauerstoffdefiziten in der gesamten Wassersäule sowie im Verlauf kurzfristig anhaltender Schichtungsphasen zu Sauerstofffreiheit im Tiefenwasser führt. Zu vermuten sind zudem kurzfristige sprunghafte Nährstofffreisetzungen aus dem Sediment im Zuge sauerstofffreier Phasen über dem Seegrund. Ein ausgeprägtes Klarwasserstadium deutet ebenso wie die Tatsache, daß das Produktionsmaximum des Phytoplanktons im Frühjahr liegt, auf eine mäßige Produktivität hin. Trotzdem dominieren während des Sommers die für nährstoffreiche Gewässer typischen Blaualgen und trüben den See. Im Zooplankton überwiegen kleine Filtrierer, die das Algenwachstum nicht regulieren können. Dieser Zustand wird gefördert durch den hohen Weißfischbestand im See. Der Besatz mit Großer Maräne entspricht nicht der Beschaffenheit des Sees und steht damit im Widerspruch zu § 3 Landesfischereigesetz. Der Seegrund weist bis in geringe Tiefen Faulschlamm auf und ist in der Tiefe nur durch anspruchslose Tiere besiedelt.

Vergleiche mit älteren Untersuchungen müssen mit Vorsicht vorgenommen werden, da sich zum einen die Untersuchungsmethoden verändert haben, zum anderen auch die aktuellen Daten stichprobenhaft sind. Insgesamt scheint sich jedoch, insbesondere aufgrund der Anstrengungen zur Verbesserung der Abwasserreinigung, eine Verbesserung der Wasserqualität des Passader Sees eingestellt zu haben. 1986 wurde der See als polytroph eingestuft (LANDESAMT FÜR WASSERHAUSHALT UND KÜSTEN 1988). Die Chlorophyll-Konzentrationen (durchschnittlich
47 µg/l im Sommer) waren höher, die Sichttiefen mit 1,5 m geringer als 1996 (21 µg/l Chl a, 1,9 m Sichttiefe). Die Phosphorkonzentrationen lagen im Sommer 1986 mit 0,35 mg/l deutlich über den 1996 festgestellten (0,09 mg/l P). Es ist davon auszugehen, daß vor 10 Jahren durch die damals höhere Produktivität die internen Nährstofffreisetzungen den Wasserkörper des Sees stärker beeinflußt haben als 1996. Insgesamt zeigt der Vergleich eine Verbesserung des See-Zustandes um eine Trophiestufe von schwach polytroph zu stark eutroph.

Nach LAWA (1998) errechnet sich für den Passader See (für Flachgewässer gilt der Morphometrieansatz) als potentiell natürlich ein mesotropher Zustand. Der Ist-Zustand wird als eutroph 2 klassifiziert. Daraus ergibt sich die Bewertungsstufe 3, Handlungsbedarf ist gegeben.

Empfehlungen

Für die Sanierung des Passader Sees sind bereits erhebliche Anstrengungen, besonders im Bereich der Abwasserreinigung, unternommen worden. Die Belastung des Sees wurde seit 1986 um etwa ein Viertel verringert. Trotzdem ist die derzeitige Phosphor-Belastung des Sees von 1 g/a m² Seefläche noch immer sehr hoch und sollte weiter reduziert werden.

Als Entwicklungsziel ist ein schwach eutropher See anzustreben.

Entsprechend dem hohen Anteil der Landwirtschaft an der Belastung des Sees sind zur Entlastung des Passader Sees in erster Linie Maßnahmen in diesem Bereich zu ergreifen. Hierbei muß nicht das gesamte weitläufige Einzugsgebiet, sondern vordringlich die Nutzung in der Nähe des Sees und seiner Zuläufe berücksichtigt werden. So sollte z.B. geprüft werden, ob die Pufferstreifen zwischen See und Ackernutzung im Nordwesten und Osten ausreichend breit sind. Des weiteren ist im Verlauf aller Zuläufe durch Begehung zu erkunden, ob ein Uferrandstreifen, der mindestens 10 m breit sein sollte, dem Schutz der Bäche vor Stoffeinträgen dienen kann.

Obwohl gereinigtes Abwasser nur noch 10 % der gesamten Phosphor-Belastung des Passader Sees ausmacht, kann auch in diesem Bereich der See weiter entlastet werden. Würden die Kläranlagen Fargau und Salzau mit einer P-Fällung ausgerüstet, so könnte der abwasserbürtige Phosphor-Eintrag um 160 kg/a entsprechend 60 % gesenkt werden, die gesamte Phosphor-Belastung des Passader Sees würde um 6 % sinken. Die Kosten lägen bei 100.000 DM pro Anlage.

Zuletzt ist zu prüfen, inwieweit über die Stauregulierung am Ablauf des Passader Sees die Qualität des aus dem Dobersdorfer See nachfließenden Wassers optimiert werden kann. Das Landesamt für Natur und Umwelt des Landes Schleswig-Holstein führt seit 1999 am Dobersdorfer See ein chemisches Monitoring durch. Sofern sich wiederkehrende jahreszeitliche Muster der Nährstoffkonzentrationen zeigen, wird sich daraus eine optimale Steuerung des Wehres am Ablauf des Passader Sees herleiten lassen, so daß Wasser aus dem Dobersdorfer See dann nachfließen kann, wenn es besonders wenig Nährstoffe enthält.

Der Besatz mit der nicht heimischen Großen Maräne sollte eingestellt werden.

Empfehlungen zum Schutz des Uferbereiches des Passader Sees sind Seeuferbericht des LANDESAMTES FÜR NATURSCHUTZ UND LANDSCHAFTSPFLEGE SCHLESWIG-HOLSTEIN (1987) gegeben.