Was sind Lärmkarten?

Lärmkarten sind für Hauptverkehrsstraßen, Haupteisenbahnstrecken, Großflughäfen und Ballungsräume auszuarbeiten. In Ballungsräume können neben Straßen- und Schienenverkehr und Industrie- und Gewerbelärm auch andere relevante Lärmquellen einbezogen werden. Lärmkarten stellen die von Hauptlärmquellen ausgehenden Lärmbelastungen dar und bestehen insbesondere aus:

  • einer graphischen Darstellung der Lärmsituation mit Isophonenbändern für die Lärmindizes LDEN (Tag-Abend-Nacht-Lärmindex) und LNight (Nacht-Lärmindex),
  • tabellarischen Angaben über die geschätzte Zahl der Menschen in den Isophonenbändern,
  • Angaben über durchgeführte und laufende Lärmaktionspläne und Lärmschutzprogramme und
  • einer tabellarischen Angabe über lärmbelastete Flächen und die geschätzte Zahl der Wohnungen, Schulen und Krankenhäuser.

Das Beispiel für eine grafische Darstellung der Lärmsituation einer Hauptverkehrsstraße zeigt die Lärmsituation für den Lärmindex LDEN (Tag-Abend-Nacht-Lärmindex) ausgehend von einer Hauptverkehrsstraße mit über 6 Millionen Kraftfahrzeugen pro Jahr. Die Lärmsituation wird mit Isophonenbändern beschrieben, die in 5 dB(A)-Schritten unterschiedlich eingefärbt sind (siehe Farblegende).

Beispiel für eine grafische Darstellung der Lärmsituation einer Hauptverkehrsstraße

Straßenverkehrslärm

In den Lärmkarten werden Hauptverkehrsstraßen (Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen) mit einem Verkehrsaufkommen von über 6 Millionen Kraftfahrzeugen pro Jahr in der 1. Stufe und von mehr als 3 Millionen Kraftfahrzeugen in der 2. Stufe dargestellt. In den Ballungsräumen und manchen Städten und Gemeinden über 20.000 Einwohner wurden auch einzelne Straßen mit geringeren Verkehrsbelastungen einbezogen.

Die zu Grunde gelegten Verkehrszahlen beruhen auf der

  • Bundesverkehrszählung der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) für Bundesautobahnen und Bundestrassen im Jahr 2010,
  • Bundesverkehrszählung der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) für Landesstraßen 2005
  • Zählungen der Kommunen, sofern sie aktueller oder detaillierter sind und
  • Zählungen des LLUR an einzelnen Landesstraßen, bei denen Änderungen der Verkehrsströme gegenüber der Zählung 2005 abzusehen sind, z.B. in Folge von Straßenneubauten wie an der A 20.
Neben der Anzahl der Kraftfahrzeuge ergibt sich die Lärmbelastung aus der zulässigen Höchstgeschwindigkeit, der Straßenoberfläche, der Fahrbahnbreite, der Steigung und dem LKW-Anteil.

Bei der Schallausbreitung werden die vorhandenen Schallschutzeinrichtungen, das Geländemodell sowie abschirmende Gebäude und Reflexionen berücksichtigt.

Grundlage ist die Vorläufige Berechnungsmethode für den Umgebungslärm an Straßen (VBUS) (siehe Rechtsgrundlagen).

Industrie- und Gewerbelärm

Die Lärmkartierung für Industrie- und Gewerbelärm erfolgt nur in Ballungsräumen. Es wurden Betriebsgelände erfasst, soweit sich in ihnen eine oder mehrere Anlagen gemäß Anhang I der Richtlinie 96/61/EG des Rates vom 24.09.1996 über die integrierte Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung (IVU-Anlagen) befinden. Häfen für die Binnen- oder Seeschifffahrt mit einer Gesamtumschlagleistung von mehr als 1,5 Millionen Tonnen pro Jahr werden ebenfalls betrachtet.

Dabei werden IVU-Anlagen und Häfen kartiert, die erheblichen Umgebungslärm hervorrufen. Nach der EG-Umgebungslärmrichtlinie und der Verordnung über die Lärmkartierung (34. BImSchV) ist die Lärmsituation ab einem LDEN von über 55 dB(A) und einem LNight von über 50 dB(A), optional einem LNight von über 45 dB(A) darzustellen. Für die Entscheidung, ob erheblicher Umgebungslärm hervorgerufen wird, dienten vorliegende Gutachten von Sachverständigen und Erkenntnisse aus der Anlagenüberwachung des LLUR. Bei der Mehrzahl der Anlagen lagen die Lärmbelastungen schon am Rand des Betriebsgeländes unterhalb eines LDEN von 55 dB(A) und eines LNight von 45 dB(A).

Die Lärmbelastung ergibt sich vor allem aus den Lärmquellen (z.B. Maschinen, Geräte, Werksverkehr) der einzelnen Anlagen, die größtenteils als flächenbezogene Schallleistungspegel dargestellt sind, und der zeitlichen Einwirkung dieser Quellen.

Bei der Schallausbreitung der kartierten Anlagen werden im Wesentlichen Schallschutzeinrichtungen, das Geländemodell, abschirmende Gebäude und Reflexionen berücksichtigt.

Grundlage ist die Vorläufige Berechnungsmethode für den Umgebungslärm durch Industrie und Gewerbe (VBUI).

Fluglärm

Bei der Lärmkartierung wurden Großflughäfen mit über 50.000 Starts und Landungen erfasst. In Schleswig-Holstein liegt nur der Flughafen Hamburg-Fuhlsbüttel oberhalb dieser Schwelle, der von der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt der Freien und Hansestadt Hamburg kartiert wird.

Neben der Zahl der Starts und Landungen ergibt sich die Lärmbelastung aus den Eigenschaften der verwendeten Flugzeuge (Einstufung nach Gruppen) und der benutzten Flugspuren und -korridore.

Grundlage ist die Vorläufige Berechnungsmethode für den Umgebungslärm an Flugplätzen (VBUF) (siehe Rechtsgrundlagen).

Schienenlärm

In den Lärmkarten werden Haupteisenbahnstrecken mit einem Verkehrsaufkommen von über 60.000 Zügen pro Jahr in der ersten Stufe und 30.000 Zügen in der 2. Stufe als Hauptlärmquelle dargestellt. Die Kartierung des Schienenlärms erfolgt für Eisenbahnen des Bundes durch das Eisenbahnbundesamt (siehe http://laermkartierung.eisenbahn-bundesamt.de. Für andere Eisenbahnen – z.B. der AKN – sind grundsätzlich die Gemeinden zuständig. Die Kartierung erfolgte durch das LLUR und in Norderstedt durch die Stadt Norderstedt.

Kontakt

Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Schleswig-Holstein

Hamburger Chaussee 25
24220 Flintbek
Tel.: 04347 704-769